Vor rund einem Monat erschien das am bisher meisten erwartete RPG aus dem Hause Bioware für den Pc sowie für die Xbox 360.
Sehnsüchtig wollten alle Fans der Mass Effect Serie wissen wie es um den glorreichen Spectre John Shepard steht, da sein Tod bereits im Teaser Trailer angekündigt wurde.
Ist Shepard von den Toten erfolgreich auferstanden oder kann er die Welt des Mass Effect Universums nicht mehr retten?
Schaut euch unseren Missionsbericht der Xbox 360-Version an und ihr werdet es erfahren.
Story:
In Mass Effect 2 dreht sich wieder alles um die Reaper. Im Vorgänger wurde der erste der maschinellen Lebewesen in einem atemberaubenden Kampf in der Citadel zerstört und nun bahnt sich eine weitere Bedrohung an, welche die Galaxis erneut in Gefahr bringt.
Wer anders könnte sich dieser Mission stellen als John Shepard?
Dieser wird zu Anfang der Geschichte bei einem Routinestreifzug durch das Terminusgebiet von einem unbekannten Schiff angegriffen. Dabei kommt die Hälfte seiner Crew ums Leben doch die bekannten Figuren, Ashley, Joker, etc., schaffen es zu entkommen. Lediglich Shepard selbst wird dabei aus dem Schiff gesogen und muss durch das Licht am Ende des Tunnels schreiten. Doch eine Menschenrechtsorganisation, Cerberus genannt, lässt ihn für eine massige Summe an Credits aufspüren und wiederauferstehen, aber zu einem einzigen Zweck: Er soll sich mit einem neuen Team in eine scheinbar unmögliche Mission begeben. Die Kollektoren, Handlanger der Reaper, aufhalten bevor sie alle Menschen versklaven und er muss durch das Omega 4 Portal reisen um sie zu vernichten.
Beim Omega 4 Portal handelt es sich um ein unerforschtes Massenportal, von dem kein Schiff bisher zurückgekommen ist und man vermutet, dass die Kollektoren mit Hilfe der Reaper in die Milchstraße eindringen können.
Doch wird er dieses “Selbstmordkommando” überleben? Oder wird die Galaxy der Reaper ausgeliefert? Da wir keine Spoiler sind, möchten wir das euch überlassen.
Gameplay:
Und wieder heißt es “stellt euch euren Charakter selbst her und formt ihn ganz nach eurem Geschmack”. Mass Effect 2 bietet die selben Gesichtsproportionseinstellungen wie sein Vorgänger, der erste Unterschied fällt bei der Klassenerstellung auf. Den alten Klassen (Wächter, Experte, Infiltrator, Soldat, Techniker und Frontkämpfer) werden neue Fähigkeiten ermöglicht, wie zum Beispiel den Schockwellenangriff. Ein weiterer Unterschied weist der Skilltree auf. Anstatt die Fähigkeiten einfach nur bis auf ein Hohes Level aufzurüsten besteht nun die Möglichkeit, bei voller Aufrüstung die Fähigkeit zu Perfektionieren, entweder durch eine zusätzliche Stärke oder dass das ganze Team die Möglichkeit hat diese Kraft einzusetzen. Ein Pluspunkt ist das Aufbesserungssystem der Waffen und Gadgets, musste man in Mass Effect 1 jegliche Attribute und Waffenupgrades aufsammeln
und mit Aufwand das Inventar instandhalten, kann man sich im 2. Teil die Upgrades in Shops kaufen und diese dann auf dem Schiff oder direkt in die Waffe einbauen lassen.
Bei Mass Effect 2 gibt es auch nur ein Gewehr pro Typ (Pistole, Sturmgewehr etc.), was das ganze doch wesentlich übersichtlicher gestaltet. Auf dem Schiff rüstet man im Labor seine Gegenstände auf, was aber Ressourcen kostet. Jene kann man auf eine neue und Minispielartige Art und Weise auf den einzelnen Planeten sammeln. Anstatt jeden Planeten zu bereisen und dort in Felsbrocken nach Mineralien zu suchen, besorgt man sich in jedem Cluster der Galaxy an der Andockstation Sonden und Treibstoff. Man wählt anschließend seinen gewünschten Planeten an und durchsucht diese mit einem Scanner nach den vier nötigen Ressourcen (Iridium, Paladium, Platin und Element Zero). Schlägt der Scanner aus schickt man seine Sonde an die anvisierte Stelle und schon werden die Ressourcen aufs Konto übertragen. Auch die Missionen selbst sind sehr gradlinig aufgebaut, speziell die Hauptmissionen des Spiels. Heißt man muss nicht mehr zwangläufig auf der Karte nach den Zielen suchen, was zwar dem Rollenspielfaktor ein wenig abblassen lässt aber kein negativer Punkt darstellt, da doch mehr Übersicht herrscht. Weiterhin lassen sich auch alle erforschten Dinge im Kodex nachlesen.
Weiter zum Combatsystem. Bei Mass Effect 1 hatte man immer zwei Arten von Fortbewegung, eine mit gehaltener Waffe und eine ohne. Die Waffen liesen sich zu jeder Zeit ziehen, jedoch der Sinn lag darin ganz am Spieler selbst. Mass Effect 2 macht da nur einen weiteren Schritt. Man kann nicht mehr zwischen diesen Modi wechseln, denn das übernimmt das Spiel, jenachdem um was für eine Mission es sich handelt. Auch können die Waffen bei Nachfolger nicht mehr überhitzen, stattdessen muss man sich Munition einsammeln um sich zur Wehr setzen zu können.
Am eigentlichen Combatbildschirm hat sich kaum etwas verändert, mit den Schultertasten lassen sich in Ruhe bei pausiertem Gemenge die Waffen und strategische Vorgehensweisen ermöglichen. Der Vorgänger hatte da schon kaum einen Fehler gemacht.
Ein importierter Charakter aus Mass Effect 1 eröffnet dem Spieler eine andere Geschichte. Wärend in der original Story der Rat im Kampf gefallen ist und Urdnot Wrex, sowie Kaidan Alenko (ehemalige Crewmitglieder im 1. Teil) sind, können diese durch ein anderes Ende des 1. Teils in erscheinung treten.
Dies bietet vielleicht andere Optionen in Dialogen oder leichte Veränderungen im Spielgeschehen, aber diese sind jedoch mehr oder weniger klein gehalten.
Zu guter Letzt hätten wir noch das Dialogsystem. Wie zuvor beeinflussen die Dialogoptionen das gesamte Geschehen rund um Shepard. Böse Aktionen wirken sich abtrünnig aus und gute Aktionen demnach vorbildlich.
Hinzu kommen im aktuellen Ableger die Option mitten in den Gesprächen Aktionen auszuführen, seien es bei einem feindlichgestelltem Opponent einen Schlag ins Gesicht zu verpassen oder eine gute Tat zu vollbringen wenn ein anderer etwas unkluges im Schilde führt. Neben der Tatsache das man selbst gut oder böse ist, sollte man sich auch seinem Team widmen, denn wie im 2. Teil von SW: Knights of the Old Republic 2 kann man im zweiten Teil von Mass Effect seine Leute “loyaler” machen. Dies Geschieht durch Missionen die sich erst bei näherem Kontakt mit der Crew ermöglichen.
Präsentation:
Bioware hat mit Mass Effect 2 einen richtigen Zauber über die Augen gelegt, kaum Ruckler, sehr abwechslungsreiche und Detaillierte Landschaften und eine Vielfalt wie sie nur von Bioware stammen kann. Die Gesichter wirken realistisch in ihrer Emotionsgebung und Gestik. Ab und an sind auch mal ein paar Fehler zu sehen, etwa wenn ein Charakter plötzlich mit dem Rücken zur Kamera. Lediglich die fest eingebauten Ladezeiten können einen ungeduldigen Spieler recht schnell auf die Nerven gehen. (Mein Tipp: unbedingt auf die Festplatte kopieren
)
Auch ein zwei schwerwiegende Programmierfehler lasten als Fluch hin und wieder auf dem Spieler, wenn ein Kompagnon oder sogar der Spieler selbst auf wundersame Art einen Fels, der als Abgrenzung dient in die Luft katapultiert wird und 20m über dem Boden laufen kann (Deshalb so oft speichern wie nur möglich!!!). Die Zwischensequenzen sowie die Dialoge kommen in genialster Fachmanier herüber, teilweise hat man das Gefühl man sieht sich einen guten Action-Film an. Selbiges beim Sound. Jack Wall, Sam Hulick und Richard Jacques bieten ein festliches Musikkonzert für die Ohren, der passende Titel zu jeder Atmoshpäre im Spiel. Einziger Malus -also mehr oder weniger- ist die Lokalisation. Nach wie vor wünscht sich ein routinierter Mass Effect Spieler im 1. wie im 2. Teil die englische Orginalsprache. Zwar ist die deutsche Synchro bei weitem nicht schlecht, die englische Sprachfassung des Spiels toppt aber weiterhin Alles.
Fazit:
Mass Effect 2 kann mit gehobener Brust in der Welt des Gamings stolzieren, zieren zwar mehr oder weniger ein paar winzige Mängel selten das Gameplay, ist es doch ein solides und atemberaubendes Spiel, ein echter Blockbuster. Inszenierung und Umsetzung der Geschichte packen den Spieler in ein Abenteuer wie es nur aus dem kanadischen Entwicklerhause stammen kann. Spielspaß garantiert und lädt zum mehrfachen Durchzocken ein. Bei durchschnittlichen 40 Stunden bei kompletter Missionsbewältigung auch ein recht langes und dauerhaft reizendes Spiel. Definitiv eines der besten Spiele des Jahres trotz des frühen Releasedatums.
[von Martin Isengard]
| Gesamt 9.8 | Story -Packend, bewegend und immer wieder Überraschungen |
10.0 | |
| Präsentation -Lange Ladezeiten aber dafür wird man sowohl akustisch, als auch visuell mehr als entschädigt |
10.0 | ||
| Gameplay -Nach wie vor sehr individuelles Gameplay, das noch besser funktioniert als beim Vorgänger |
9.0 | ||
| Multiplayer -nicht vorhanden. |
x.x | ||
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