Red Steel war einer der Launch Titel für Wii und zeigte erstmals, dass sie einen Tick leistungsfähiger ist als der GameCube. Red Steel bot gute Lichteffekte und eine bis dahin unbekannte Shootersteuerung, die trotz ihrer Macken alle bisherigen Gamepad-Steuerungen in den Schatten stellte. Nun begibt sich Ubisoft mit Wii MotionPlus wieder auf unbekanntes Terrain und will die perfekte Schwertkampfsteuerung abliefern.
Wie vielleicht bekannt sein dürfte kann Red Steel 2 ausschließlich mit Wii MotionPlus gespielt werden. Das kommt daher, das der Fokus nicht mehr wie im ersten Teil auf dem Kampf mit Schusswaffen liegt und es nur Schwertkampfeinlagen gibt, sondern der Gebrauch von Schusswaffen vollständig in den Hintergrund rückt um dem Schwertkampf mit Wii MotionPlus Vorrang zu geben.
Story:
Die Story des zweiten Teils hat mit der des ersten Red Steels außer dem Namen nicht viel gemein. Man könnte sogar auf die Gedanken kommen, dass sich beide Spiele nicht einmal in der gleichen Realitätsebene befinden. Die Story des ursprünglichen Red Steels handelte von Yakuzas und Ehre und spielte sich in einer realistischen Umgebung ab. Dieses Setting hat man für Red Steel 2 zugunsten der künstlerischen Freiheit komplett über Bord geworfen und präsentiert eine Welt, in der sich Westen und Osten, Tradition und Moderne, Alt und Neu treffen. Red Steel 2 spielt in Caldera, einer amerikanischen Wüstenstadt wo der Sheriff das Gesetz ist und Gangs versuchen seine Autorität zu untergraben. Zu Beginn werdet ihr erst einmal an einem Seil über den Wüstenboden geschleift und so mit Payne, dem Anführer der Jackals bekannt gemacht. Im weiteren Verlauf der Story findet ihr raus, dass der namenlose Held ein verstoßenes Mitglied des Kusagari Clans ist, der die Stadt Caldera seit je her mit ihren mächtigen und meisterhaft geschmiedeten Waffen beschützt. Im weiteren Verlauf der Story trefft ihr auf Nebencharaktere wie Jian, der euch den Schwertkampf lehrt, Sheriff Judd, der euch mit neuen Waffen versorgt und Tamiko, einer Computerspezialistin, die euch auf dem Laufenden hält. Die Aufgabe des namenlosen Helden ist herauszufinden, was die Jackals wirklich wollen und warum die Kusagari nicht zur Hilfe kommen.
Präsentation:
Mit dem Shooter XIII hat Ubisoft schon gezeigt, wie gut Cel-Shading Grafik aussehen kann und in Red Steel 2 wird dieser Stil perfektioniert und passt wunderbar zu dem unwirklichen Setting, das eine Mischung aus verschiedenen Kulturen und Zeitebenen sein könnte. Dazu kommen grandiose Effekte, angefangen von riesigen Druckwellen bei Explosionen bis zu den Namenseinblendungen von bitterbösen Endgegnern. Auch der Schwertkampf sieht sehr gelungen aus und steht absolut im Vordergrund – das Schwert zeigt trotz der Comic-Grafik realistische Lichtreflexionen, die es wie Metall aussehen lassen. Die meiste Zeit wird der Spieler keine Anzeigen von Munition, verbleibender Energie usw. sehen, da diese automatisch ausgeblendet werden um den Spieler nicht von der liebevoll und detailliert gestalteten Spielwelt abzulenken. Diese Liebe zum Detail geht so weit, dass sich das Aussehen der Waffen und des Schwertes bei jeder gekauften Verbesserung verändert; außerdem kann man beim genauen untersuchen der Pistole eine drachenähnliche Gravur und auf dem Schwert eine Adlergravur erkennen. Das Spiel bleibt trotz der vielen Details, Gegner und Effekte jederzeit flüssig. Auch Akustisch kann Red Steel punkten: Die meiste Zeit hört man statt Hintergrundmusik das Wehen des Windes was den Eindruck einer verlassenen Stadt nur noch hervorhebt. Während den Kämpfen erklingt eine Hintergrundmusik, die leider allzu oft in der grandiosen Geräuschkulisse der Kämpfe untergeht. Die deutsche Synchronisation ist wie in den meisten Spielen zu übertrieben, doch fast alle Charaktere sind passend besetzt und es gibt keine großen Ausrutscher. Daher kann man getrost von einer durchweg befriedigenden Synchronisation reden. In Red Steel 2 gibt es einige Zwischensequenzen, die zwar vorgerendert sind, aber sich sehr gut in den Gesamtlook des Spiels einfügen.
Gameplay:
Nun zum wichtigsten Teil von Red Steel 2: Der Schwertkampf ist trotz Wii MotionPlus nicht wirklich 1 zu 1, kommt aber sehr nah heran und vermittelt das Gefühl wirklich ein Schwert in der Hand zu halten. Wer hier versucht die Kämpfe durch Schütteln der Wiimote zu gewinnen wird sehr schnell den „Spiel vorbei“ Bildschirm zu Gesicht bekommen. Durch Wii MotionPlus werden die Bewegungen und die Stärke der Schläge deutlich genauer erkannt als beim Vorgänger, der nur fünf verschiedene Schlagrichtungen erkennen konnte. So sind in Red Steel 2 auch diagonale oder ungenau ausgeführte Schläge kein Problem. Damit die Schläge auch effektiv sind muss man wirklich weit ausholen und zuschlagen, was auf Dauer einiges an Kraft kostet und am nächsten Tag mit Muskelkater belohnt wird.
Auch anders als im ersten Teil ist, dass Pistolen- und Schwertkämpfe nicht mehr strikt voneinander getrennt sind und ineinander übergehen. Jederzeit kann man durch einen Druck auf den B-Knopf schießen und so etwa den Gegner erstaunen und ihn mit einem Finisher besiegen. Sollte man beim Zielen einmal vom Bildschirm abkommen merkt man das kaum, weil dann automatisch mit Wii MotionPlus gezielt wird, was eine sehr feine Sache ist und zum Standard für alle Egoshooter auf Wii werden sollte. Dank dem sehr guten Kampfsystem und den Kusagarikräften ist es kein Problem auch gegen mehrere Gegner zu bestehen – werdet ihr z.B. von hinten angegriffen leuchtet ein Symbol mit dem Z-Knopf auf. Wird dieser dann gedrückt dreht sich die Spielfigur zu dem Gegner und man kann seine Attacke abwehren oder kontern. Sollte man in einem Kampf einmal verletzt werden braucht man sich darum nach dem Ende des Kampfes keine Gedanken mehr zu machen, denn dann wird die Energie wieder komplett regeneriert. Was den wirklichen Reiz des Kampfsystems jedoch ausmacht ist die verschiedenen Fähigkeiten zu kombinieren und nacheinander auszuführen um verheerenden Schaden anzurichten. Meine Lieblingskombination ist z.B. „Der Adler“ mit dem ich einen Gegner in die Luft werfe, dann nachsetze und ihm gehörig Schaden zufüge und ihn zu Boden schlage. Dann erschieße ich ihn während ich noch in der Luft bin.
Außerhalb der Kämpfe gibt es jede Menge Kisten zu zerschmettern um Geld für Waffen(upgrades) und Fähigkeiten zu verdienen oder die Möglichkeit einige Nebenmissionen zu absolvieren, wie etwa alle Steckbriefe mit dem namenlosen Held herunterzureißen, die wiederum extra Cash bringen. Ansonsten befindet man sich immer auf einer Hauptmission, die die Story weiter voran bringt. Zwar spielt Red Steel 2 in einer relativ großen Stadt, allerdings kann man sich in ihr nicht frei bewegen und man hat kaum Raum zum Erkunden. Während der Hauptmissionen wird man zielgenau durch die Stadt gelotst und die Chance sich einmal zu verlaufen ist (wenn man Karten lesen kann) gleich Null.
Fazit:
Red Steel 2 ist eine deutliche Weiterentwicklung was Ego-Shooter auf Wii betrifft und setzt mit dem Schwertkampf neue Maßstäbe. Außerdem wurde von Ubisoft die annähernd perfekte Shootersteuerung mit Wii MotionPlus als Zielhilfe kreiert. Das Kampfsystem ist das Highlight des Spiels und macht es zu etwas ganz besonderem. Zwar hat auch Red Steel 2 seine Schwächen, wie etwa die geschlossene Spielwelt in der man sich kaum abseits des Weges bewegen kann, aber so bleibt wenigstens noch Verbesserungpotenzial für Red Steel 3. Wer sich von dem unwirklichen und comichaften Look des Spiels nicht abschrecken lässt bekommt einen einzigartigen Ego-Shooter, der ca. 10-15 Stunden Spielzeit bietet.
[Von Markus Bürster]
| Gesamt 9.0 | Story -Ein namenloser Held auf der Suche nach Gerechtigkeit und Antworten – ein Klassiker |
8.0 | |
| Präsentation -Gute Präsentation im Cel-Shading Stil, nur die deutsche Synchronisation ist ein wenig übertrieben |
8.5 | ||
| Gameplay -Sehr nah an der perfekten Ego-Shooter Steuerung, super Kampfsystem, die Spielwelt könnte offener sein |
9.4 | ||
| Multiplayer -nicht vorhanden |
x.x | ||
Unser Bewertungssystem findest du hier.
Teilen