Um das Trio zu komplettieren, haben wir uns auch auf den sechsten Teil der „Call of Duty“-Reihe gestürzt. Ob Modern Warfare 2 jedoch ein würdiger Nachfolger zum bisher unerreichten vierten Teil der Reihe ist, finden wir nun heraus.
Story
Die Geschichte spielt wenige Jahre nach dem vierten Teil in einer Welt, in welcher die Russen Zakhaev als Märtyrer im Kampf gegen den Kapitalismus verehren. „Soap“ MacTavish hat mittlerweile Captain-Status und führt sein Team der Task Force 141, die stärkste Einheit der US-Armee unter Führung von Lieutenant Shepherd. Diesmal müssen die Protagonisten den Vergeltungsschlag der Russen, die Zakhaev als Held feiern, verhindern. Weiterer Widersacher der Amerikaner ist Makarov, ein Söldner der für den Meistbietenden alles tut, auch Terroranschläge auf Flughäfen. Jene Mission ist sehr umstritten auf Grund von extremer Gewaltdarstellung und wir möchten daher auf unseren Artikel zur Gewalt in Videospielen verweisen. Im Chaos des Krieges zwischen Amerika und Russland, der sogar bis in das Weiße Haus vordringt, ist es die Aufgabe des Spielers den Krieg zu wenden und den wahren Schuldigen ausfindig zu machen. Dabei erlebt er eine Fülle von exotischen Schauplätzen wie es sonst nur James Bond vorbehalten ist.
Gameplay
Typisch für die Steuerung des Genres wird ganz klassisch mit Maus und Tastatur gespielt. Abweichungen erfolgen insofern, dass es keinen Sekundärfeuermodus mit Hilfe der rechten Maustaste gibt. Stattdessen werden in der Standardsteuerung die sekundären Schussfunktionen – ja es gibt mehrere – mit Hotkeys versehen. Generell fokussiert die Steuerung die Nutzung von Hotkeys, da fast jegliche Hilfsmittel in „der modernen Kriegsführung“ auf den jeweiligen Zahltasten am oberen Rand der Tastatur einsetzbar sind. Sehr stark geskriptete Missionspfade prägen das Geschehen um den Spieler, was jedoch nicht negativ auffällt. Großer Pluspunkt bietet aber der Abwechslungsreichtum im gekonnten Wechsel zwischen reiner Egoshooter und gelegentlicher Bedienung von Fahrzeugen.
Präsentation
Rein technisch gesehen ist das Spiel mit seiner Engine zwar nicht veraltet aber auch nicht auf Höhe der Zeit. Die Überarbeitete Engine bietet Hochauflösende Texturen, die Charaktermodelle sind Eins A, die Modellierung der Umgebung lässt sich kaum toppen. Hier punktet Infinity Ward vor Allem in seiner Vielfalt mit häuslicher Umgebung, Tundra-, Wüsten- und Waldlandschaft sowie ein paar Szenen unter Wasser und im Weltraum. Detailreichtum der Objekte im Umfeld reicht soweit, dass die Physik im wahrsten Sinne des Wortes ihr Werk verrichtet. Durch die Skriptung der Mission wird das gesamte Spielerlebnis intensiviert. Neben der beeindruckenden Grafik bietet der Soundtrack einen großen Ohrenschmaus. Kein anderer als der Oscarprämierte Komponist Hans Florian Zimmer sorgt für das leibliche Wohl des Höhrorgans. Zimmer untermalt jede Mission mit grandiosen Klängen und rundet die Atmosphäre der Szenerie perfekt ab.
Multiplayer
Zunächst zu den eher schlechteren Dingen. Dazu zählt hauptsächlich das Host-Client-System von Infinity Ward selbst: IW-NET. Neben dem Steamnetzwerk, das viele Vorteile bezüglich der Community bietet, verderben viele Verbindungsfehler sowie ein schlecht durchdachtes Host- und Clientsystem sehr oft den Spielspaß. Wenn es zu einem Match kommt reißen einem die Cheater so richtig den Hintern auf, da man lediglich das Spiel verlassen kann und sich leider keinen eigenen Server aus einer Liste aussuchen kann, was vom Entwickler bewusst beabsichtigt wurde um Betrügern eigentlich zuvorzukommen. Außer den Verbindungsproblemen gibt es lediglich etwas an der Struktur der Multiplayermaps auszusetzen. Einige wirken schwer unübersichtlich und im Vergleich zum Vorgänger CoD 4 scheinen die neuen Maps weniger durchdacht. Auf der positiven Seite kann CoD MW 2 die neuen und verbesserten Killstreaks verbuchen, sowie ein überarbeiteter Klasseneditor und das erweiterte Rangsystem mit bis zu zehn Prestigemodi. Neben neuen Waffenkombinationsmöglichkeiten lässt sich auch die Erscheinungsform in Form von Titeln und Emblemen individuell gestalten für einen noch persönlicheren Spielstil.
Fazit
CoD MW 2 wird seinem Hype sehr gerecht. In Punkto Grafik lässt sich die überarbeitete Version der CoD 4 Engine nur schwer übertreffen, die musikalische Untermalung durch Hans Zimmer ist erste Sahne und das klassische Tastatur- und Mausspiel wird in diesem Blockbustertitel simpel aber effektiv umgesetzt. Wären da nicht die Probleme mit der Abschaffung der Dedizierten Server… Um Betrügern vorzubeugen braucht es eine andere Strategie anstatt einfach die Möglichkeit zu nehmen eine freie Serverwahl zu gewährleisten.
[von Martin Isengard]
| Gesamt 9.1 | Story Überzogene Story mit packender Atmospähre |
9.0 | |
| Präsentation CoD 6 glänzt im optischen und akustischen Bereich |
9.8 | ||
| Gameplay Solides Gameplay, jedoch fehlende Innovation |
9.5 | ||
| Multiplayer Massive Verbindungsprobleme, überarbeitetes Klassen- und Rangsystem |
8.0 | ||
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