Pokémon Goldene Edition Heartgold / Pokémon Silberne Edition Soulsilver Review

Seit fast 15 Jahren begleiten uns die Pokémon nun schon und mit Pokémon Heartgold/Soulsilver (Titel gekürzt) will Nintendo alte Pokézocker und Serienneulinge zusammenführen. Kann das funktionieren?

Wie der Name schon andeutet handelt es sich bei den neuesten Pokémonspielen nicht um ein komplett neues Spiel, sondern um ein Remake. Pokémon Gold/Silber/Kristall für den Gameboy (Color) waren zweifellos unter den erfolgreichsten Spielen ihrer Generation. Und das nicht ohne Grund: Sie boten eine riesige und abwechslungsreiche Spielwelt und schon damals  251 Pokémon. Nintendo hat die Spiele nun grafisch und inhaltlich aufgearbeitet und versucht diesen Erfolg auf dem Nintendo DS zu wiederholen.


Liste der editionsspezifischen Pokémon (Quelle)

Story:
Viel geändert hat sich seit der ersten Generation von Pokémon nicht: Ihr werdet am Anfang des Spiels von Professor Lind begrüßt und in die Welt der Pokémon eingeführt. Nach wie vor wollt ihr die Arenaleiter und Top 4 besiegen um Pokémon Champion zu werden. Dazwischen gibt es kleinere Nebenaufgaben, wie den Kampf gegen Team Rocket oder in Radiosendungen und Gesprächen versteckte Geschichten. Keine davon ist jedoch ausufernd kompliziert und kann getrost vergessen werden, da sie für das weitere vorankommen nicht benötigt wird. Das macht das Spiel zu einem idealen Begleiter für unterwegs weil man immer wieder in das Spiel einsteigen kann, ohne, dass man sich großartig Gedanken über die letzten Ereignisse machen müsste. Pokémon Heartgold/Soulsilver lebt von seinen Interessanten Orten wie den Alph-Ruinen und den Hintergrundgeschichten der Orte, die man besucht.

Präsentation:
Wer schon einmal Pokémon  Diamant/Perl/Platin gesehen hat, weiß wie auch Pokémon Heartgold und Soulsilver aussehen. Die gleiche Grafikengine wurde wiederverwendet und im Detail ein wenig verbessert, nun gibt es z.B. Windeffekte und schräge Steigungen. Die Außenwelt, besondere Orte und die Arenen des Spiels sind zwar in einem einfachen 3D Stil gehalten, wenn man sich jedoch nicht bewegt erwecken sie den Eindruck von 2D Grafik, was gewollt ist um die für Pokémon typische Optik zu wahren. Das Innere von Gebäuden wird meist durch eine ansehnliche 2D Grafik dargestellt. Nintendo hat es geschafft die bekannten Orte und Landschaften aus Pokémon Gold/Silber/Kristall sehr gut nachzubilden und zu erweitern. Sie wirken zeitgemäß und trotzdem werden sich die Spieler von Gold/Silber/Kristall sofort an die Originale zurückerinnern. Nintendo hat jedoch nicht nur an der Grafik geschraubt, sondern hat die klassischen Melodien überarbeitet und erfreut damit die Spieler. Als kleines Extra kann man sich die Originalmusik freischalten ;)


Vergleich von Viola City Neu – Alt

Die größte Neuerung im Vergleich zu Diamant/Perl/Platin ist, dass das erste Pokémon eures Teams euch, wie es Pikachu in der Gelben Edition tat, auf Schritt und Tritt begleitet. Man kann jedes der bisherigen 493 Pokémon an die erste Stelle des Teams setzen und schon ist es der ständige Wegbegleiter und kann auch nach seiner momentanen Verfassung befragt werden.

An der Präsentation der Kämpfe hat sich kaum etwas verändert: Die Pokémon werden durch neue Bilder (Sprites) dargestellt und es gibt die aus Gold/Silber/Kristall bekannte Kampfmusik in einer Neuauflage. Ansonsten bleibt hier alles beim Alten – die visuelle Darstellung der Attacken und Hintergründe sind bereits aus Pokémon Perl/Diamant/Platin bekannt.

Gameplay:
Auch in diesem Bereich hat sich außer der Steuerung nicht viel getan, was aber auch nicht zwingend notwendig ist. Das Menü befindet sich nun permanent auf dem Touchscreen (der Pokétch wurde durch den klassischen Pokécom ersetzt, der auch über das Menü aufgerufen wird), außerdem hat man nun die Möglichkeit die Turbotreter dauerhaft einzuschalten, damit man den B-Knopf nicht mehr drücken muss. Auch neu ist, dass man zwei Basisitem zur schnelleren Benutzung registrieren kann. Man kann beide entweder über den Touchscreen benutzen oder das erste per Y-Knopf einsetzen. Insgsamt hat sich die Bedienbarkeit gegenüber Diamant/Perl/Platin deutlich verbessert und ist etwa Vergleichbar mit der guten Bedienbarkeit von Windows 7 gegenüber Vista, wo man viele Sachen erst suchen muss.

Das einzig nervige sind die vielen Anrufe von Trainern mit denen man seine Nummer getauscht hat. Diese rufen ständig an und erzählen immer denselben Müll – ob sie ihr Pokémon lieben, ein neues Pokémon nicht gefangen haben oder sonstige langweilige Geschichten. Die Funktion ist eigentlich gedacht um den Spieler darüber zu informieren ob der Trainer für einen weiteren Kampf bereit ist und nicht um ihn mit Belanglosigkeiten zu nerven. Hat man die Nummer mit einem Trainer getauscht kann man ihn nicht mehr aus dem Telefonbuch löschen. Daher sollte man sich zwei Mal überlegen ob man seine Nummer an einen Trainer weitergibt.

Das Gameplay der Kämpfe von Pokémon Heartgold/Soulsilver ist gewohnt einfach zu erlernen und schwer zu meistern. Attacken werden weiterhin per Steuerkreuz oder Touchscreen ausgewählt, genauso wie Items. Das Kampfsystem ist wie schon in allem anderen Pokémonspielen extrem vielschichtig und macht durch sein einfaches und doch geniales Konzept einfach süchtig.

Abseits der Kämpfe kann man die Gegend erkunden und z.B. an dem neuen Pokéthlon teilnehmen, hier müssen mit den Pokémon verschiedene Sportarten absolviert werden. Wer Lust dazu hat kann auch an Pokémonwettbewerben teilnehmen wo es um das schönste und beste Pokémon geht. Diese werden allerdings schnell langweilig, da sich die Disziplinen immer wieder wiederholen.

Eine nette Zugabe ist der Pokéwalker, der Heartgold und Soulsilver beiliegt. Das kleine Gerät kann per Infrarot mit der DS-Karte verbunden werden und man kann einen seiner Schützlinge darauf übertragen um ihn mit sich  herumzutragen. Jeden Schritt, den man geht bringt dem Pokémon auf dem Pokéwalker einen Erfahrungspunkt, allerdings kann das Pokémon nur einen Level aufsteigen. Danach muss man es wieder auf den Nintendo DS übertragen. Wer also sein Rattfratz Level 3 auf den Pokéwalker überträgt, es dann zu einem Marathon mitnimmt und am Ende des Tages wieder auf den Nintendo DS überträgt wird ein Rattfratz Level 4 und nicht etwa ein Rattfratz mit Level 20 haben. Der Schrittzähler des Pokéwalker funktioniert zwar nicht immer wie er sollte, aber im Großen und Ganzen stimmt die Anzahl der Schritte. Dafür bietet der Pokéwalker jedoch noch die beiden Minispiele Itemradar und Pokéradar, mit denen man Items und Pokémon finden kann. Ein Feature, das aus den Originaleditionen Gold/Silber/Kristall zurückkehrt ist das Geheimgeschahen: Früher konnte man zwei Gameboy Color mit den Spielen durch die eingebaute Infrarotschnittstelle einmal am Tag verbinden und hat dafür ein Item erhalten. Selbiges kann man nun mit den Pokéwalker tun und erhält so ein Item auf beiden Pokéwalkern, die auf den Nintendo DS übertragen werden können.

Multiplayer:
Pokémon Heartgold/Soulsilver nutzt die Möglichkeiten des Nintendo DS sehr gut um mit entweder mit Freunden lokal zu tauschen, kämpfen, chatten oder für Minispiele. Online kann man nur mit registrierten Freunden kämpfen und direkt tauschen. Möchte man ein Pokémon mit Fremden tauschen muss man in der Globalen Tauschstation das Pokémon zum Tausch anbieten oder auf ein Angebot eingehen. Allerdings funktioniert das System mehr schlecht als recht, da es viele Angebote gibt wie „Tausche Raupy Level 3 gegen Lugia Level 100“, auf die wohl niemand eingehen wird. Außerdem muss man das Pokémon, das man ertauschen will zumindest schon einmal gesehen haben. Weiterhin gibt es die Möglichkeit Kampfvideos hoch und herunter zu laden sowie ein paar andere Gimmicks, die jedoch keinen wirklichen Sinn haben und dementsprechend selten genutzt werden.

Nachdem man die Top Vier und den Champ besiegt hat kann man in der Kampfzone auch gegen die Kampfdaten von fremden Trainern antreten, die per Wi-Fi Connnection empfangen wurden, d.h. der fremde Trainer wird vom Computer gesteuert. So sind echte Onlinematches gegen fremde Gegner weiterhin nicht möglich, hier herrscht also noch Verbesserungsbedarf.

Fazit:
Mit Pokémon Goldene Edition Heartgold und Pokémon Silberne Edition Soulsilver macht Nintendo fast alles richtig. Nintendo gelingt es die Generation der älteren Pokémonspieler dank der originalgetreuen Wiederaufbereitung der Spiele erneut anzusprechen und mit den jüngeren Pokémonspielern zusammenzuführen. Heartgold und Soulsilver sind darüber hinaus die besten Pokémoneditionen, die es bisher gab. Die Spielwelt deckt Johto und Kanto ab, bietet viel zu entdecken und spricht die Urinstinkte des Menschen, nämlich Sammeln und Kämpfen, an. Dazu gibt es den Pokéwalker und eine überarbeitete Steuerung um das Spiel noch zugänglicher zu machen.

Wer den Pokémonspielen vor langer Zeit wegen komischer und unkreativer Pokémon abgeschworen hat kann mit Heartgold und Soulsilver wieder einsteigen, denn meist hat man es nur mit den 251 ersten Pokémon zu tun, die alten Fans noch bestens bekannt sein dürften. Pokéball los!

[von Markus Bürster]

Gesamt 9.2 Story
-Wenig Story und dafür viele interessante Orte machen das Spiel zu einem idealen Begleiter für unterwegs
6.0
Präsentation
-schöne Mischung aus 3D uns 2D, reizt den DS jedoch nicht aus
8.0
Gameplay
-Pokémonsucht!!!
10.0
Multiplayer
-Offline super, am Onlinemodus muss noch einiges verbessert werden
6.0

Unser Bewertungssystem findest du hier.

Teilen


News einsenden