Dark Void Zero Review

Dark Void Zero wurde von Kritikern im Gegensatz zu seinem „großen Bruder“ mit Bestnoten bewertet. Darf man diesen Meinungen glauben oder wäre Dark Void Zero besser für immer ein „Lost Project“ geblieben?

Eigentlich war Dark Void Zero vor über 20 Jahren für das alternde NES geplant. Mit dem Release des Super Nintendos wurde es auf Eis gelegt und sollte portiert werden. Zu schade, dass die Spiele damals auf Magnetbändern in Archiven gespeichert wurden und ein magnetischer Zwischenfall alle Daten in einem verheerenden Datencrash vernichtete. Heute 20 Jahre später konnte man von einer frühen Demoversion für das NES einige Inhalte retten und das das Spiel an Hand der Originalskizzen und Zeichnungen komplettieren.

Story

In Dark Void Zero geht es um die Beobachter, eine außerirdische Rasse, die den Planeten auf dem die Menschen in der „Leere“ leben durch Portale übernehmen wollen. Der Spieler begibt sich in die Rolle des ersten in der „Leere“ geborenen Menschen, Rusty. Dieser wird von Dr. Nikola Tesla, dem Anführer der Überlebenden, damit beauftragt das Portal X, das einzige stabile Portal für immer zu schließen. Dr. Tesla stattet Rusty dazu mit einem speziellen Anzug und Waffen sowie einem Jetpack aus.

Präsentation

Dark Void Zero präsentiert sich in gehobenem NES Niveau, teilweise sieht es sogar aus, als könnte es ein 12 Bit Spiel sein, also eine Mischung zwischen NES und SNES Grafik. Diese wäre durch den auf dem Modul verbauten System Zero Chip von Capcom auch auf dem NES möglich gewesen, außerdem sorgte er dafür, das Sprites nicht flackern. Dark Void Zero bietet somit Retrografik vom Feinsten, was sich auch in der Anzahl der Gegner und den Effekten äußert.

Schon bei den ersten Tönen im Hauptmenü denkt der geneigte Retrospieler sofort an die Musik von Megaman, da es einige stilistische Ähnlichkeiten gibt, die mit Sicherheit gewollt sind, da Megaman mit seinem Jump’n’Shoot Gameplay Pate stand. Waffen und Soundeffekte sind NES –typisch und fügen sich sehr gut ein. Die Zwischensequenzen werden in animierten Standbildern mit Texteinblendungen erzählt, auch ähnlich wie in Megaman.

Gameplay

Wobei wir wieder beim blauen Bomber wären: Das Gameplay fühlt sich an wie eine Mischung aus Megaman und Super Metroid, nicht zuletzt weil auch die Karte und das Leveldesign an Nintendos Weltraumsaga erinnern. Dazu kommt noch die Möglichkeit sich mit dem Jetpack frei im Raum zu bewegen. Die Steuerung fühlt sich sehr gut und natürlich an, mit dem Steuerkreuz bewegt man Rusty zu Lande und in der Luft, mit A springt man und aktiviert das Jetpack und B ist dazu da um den bösen Jungs mit verschiedenen Waffen ordentlich einzuheizen. In Dark Void Zero hat man die Möglichkeit in acht Richtungen zu feuern, was für die schwierigen Gefechte, die teils in der Luft stattfinden auch absolut notwendig ist. Es gibt drei auswählbare Schwierigkeitsgrade, von denen der leichteste schon eine Herausforderung für geübte Gamer darstellt, nicht zuletzt weil die Gegner immer wieder und wieder auftauchen wenn man ein Areal betritt. Um dem Spieler das Leben wenigstens ein bisschen zu erleichtern gibt es kleine Upgrades wie den Energieschild oder doppelte Feuerrate die für je zehn Sekunden wirksam sind. Natürlich wartet am Ende jedes Levels ein besonders böser Bube, so wie wir es von Capcom gewohnt sind.

Fazit

Dark Void Zero erfindet das Rad nicht neu, aber mit seinen, für einen NES Titel, sehr detaillierten Grafiken, seinem Retrosound und dem zeitlosen Gameplay bleibt das Spiel dem Spieler in positiver Erinnerung. Die Entwickler haben sogar an einen Fakt gedacht den Retrogamer nur zu gut kennen: Vor jedem Spielstart von Dark Void Zero muss man den Staub von den Kontakten des Spielmoduls pusten. Das ist nur ein Merkmal an dem man zeigen kann mit wie viel Liebe zum Detail hier gearbeitet wurde.

Einzig die Tatsache, dass den Korrekturlesern der Hilfe (sofern es welche gab) diverse Fehler und doppelte Texte nicht aufgefallen sind und, dass neben dem  Bild eines bärtigen Mannes, das Nikola Tesla repräsentieren soll, „sie“ steht als handele es sich um eine Frau ist ärgerlich. Diese Fehler gehören in die Kategorie „grobe Fahrlässigkeit“ und würden ingame mit einem saftigen Punkteabzug bestraft werden, da es nicht viel Text zum Korrekturlesen gibt. Ansonsten unterschreibe ich das Urteil vieler Tester gerne: Bei Dark Void Zero handelt es sich um ein sehr gutes Spiel.

Wäre das Spiel vor 20 Jahren erschienen gäbe es heute bestimmt ein riesiges Franchise, vergleichbar mit Megaman. Das sind auch die Aussichten für die Zukunft: Dark Void wird zu einem Franchise und wir werden noch viel aus der „Leere“ hören.

[von Markus Bürster]

Gesamt 8.4 Story
-Die NES übliche Legitimation um die Bösen Jungs übers Knie zu legen
6.9
Präsentation
-Gehobenes NES Niveau mit viel Liebe zum Detail und tollem Retrosound
8.6
Gameplay
-fast Perfekt
9.5
Multiplayer
-nicht vorhanden.
x.x

Unser Bewertungssystem findest du hier.

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